Mit dem neuen Karikatur-Buch «Einfach Schaad» wird Humor zur Präzision
Felix Schaad zeichnet seit bald drei Jahrzehnten für die Zeitung «Tages-Anzeiger»

Cover von «Einfach Schaad», erschienen im Sewicky-Verlag.
Die Karikaturen vom Winterthurer Felix Schaad haben bereits ein verdientes internationales Ansehen erlangt. Mit spitzer Feder zeichnet er mit wenigen Strichen eine herausragende Situation mit charakteristisch passenden Persönlichkeiten, so dass – unter Umständen – allein die Augenbrauen aussagekräftig sind. Im November 2025 ist «Einfach Schaad» in der ersten Auflage beim Verlag www.sewicky.ch auf den Markt gekommen und ist wenige Wochen später schon ausverkauft. Die zweite Auflage soll im Dezember 2025 erscheinen. Ein Grosserfolg mit feinen Strichen und genialen Witz-Anlehnungen!
Ein grosser Teil der Leserschaft vom «Tages-Anzeiger» betrachtet am frühen Morgen wohl zuerst die thematisch ausgerichtete Karikatur von Felix Schaad auf der Frontseite, ehe sie ins regionale, nationale oder internationale Geschehen blätternd eintauchen. Jetzt sind die Zeichnungen im neuen Buch gesammelt (Anm. Red.: Unvergessen u.a. das Werk «Sünd und Schaad – Zeichnungen von 1999 – 2008», vergriffen): «Einfach Schaad» widerspiegelt Karikaturen aus dem «Tages-Anzeiger» von 2016 – 2025, dabei hat Felix Schaad auch diesmal alle Bilder selber ausgewählt und kommentiert. Der französische Kollege Chaval, der Suizid beging, sagte: «Humor ist die Höflichkeit der Verzweiflung». Nicht immer sei das Zeichnen leicht, über manche Themen, die man als Auftrag von der Redaktion bekomme, müsse man zuerst nachdenken, lange nachdenken. Je einfacher, desto besser. Die Arbeit, um lustig zu sein, sei schwer.
Herrliche Zeichnungen mit Aha-Effekt
Das Leben und die Menschen, vom einfachen Bürger bis zum Spitzenpolitiker, geben Schaad viel Spielraum für unglaubliche Darstellungen. Manche Zeichnungen sind herzerwärmend, wirken nach, sie müssen mehrfach betrachtet werden, bevor man alle Feinheiten realisiert. Das Weltgeschehen im kleinen und grossen Bereich bringen die Betrachtenden zum Staunen.
In mehreren Kapiteln werden die Betrachtenden im Buch durch die Meisterwerke geführt, jede Seite überrascht, schenkt ein lautes Lachen oder leises Lächeln. Ein kleines Bespiel: Ein Wachhund macht in Davos nicht einfach WAU, sondern WEF, WEF … - so beim World Economic Forum. Auf solche Ideen muss man zuerst einmal kommen.
Felix Schaad ist ein Menschenfreund
Im Vorwort bringt es Jean-Martin Büttner auf den Punkt: «Schaad zeichnet verdatterte Bürger in der Begegnung mit der Verwaltung, lässt Politiker mit ihren Ansprüchen kollidieren, perforiert die Versprechen der Wirtschaft und löchert die Fassaden von Zürich, Washington und Wallisellen».
Und weiter schreibt Büttner: «Schaads barock konturierte Zeichnungen machen sich über die Protagonisten lustig, machen sie aber nicht lächerlich.»
Interessant, dass nach Schaads Aussagen ältere Menschen stärker auf seine Arbeiten reagieren, diese verstehen die Anspielungen besser als die Jungen, weil sie sich mehr für Politik interessieren. Demgegenüber reagieren Frauen eher empfindlich auf Karikaturen als Männer. Grundsätzlich, Politiker mit Charakter wie beispielsweise die Schweizer Politiker Pascal Couchepin, Micheline Calmy-Rey oder Alain Berset seien leichter zu zeichnen. Das Timing in den Zeichnungen bestimme nicht nur – wie im Film bei Loriot oder Chaplin – über das Gelingen der Komik.
Felix, der Glückliche: Das Zeichnen basiert bei Felix Schaad über Jahre als Übung, ein steter Lerneffekt, aber diese Fähigkeit wurde ihm ergänzend in die Wiege gelegt. Schon sein Grossvater und Vater seien sehr gute Zeichner gewesen und hätten ihre pointierten Werke erfolgreich publiziert, sagte Felix Schaad gegenüber Kulturonline.ch.
Karikaturist Felix Schaad im Schweizer Fernsehen SRF/Kulturplatz
SRF1 Kulturplatz Einfach Schaad






